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Tansania

Tansania

Nach Angaben von UNICEF leben 74 % aller tansanischer Kinder in Armut. Ein Sechstel aller Familien sind nicht in der Lage, sich ausreichend Nahrungsmittel zu leisten, um ihre Familie zu versorgen. Verzweifelte Eltern verkaufen ihre Kinder, um das Überleben der anderen Kinder zu sichern. Diese Kinder enden nicht selten auf der Straße, in Zwangsehen, als versklavte Dienstmädchen oder in den Händen von Menschenhändlern. Wer davor flieht und auf der Straße lebt, lebt in ständiger Angst davor, gefunden zu werden. Gewalt und Vergewaltigungen geschehen regelmäßig, um davor verschont zu werden, verkleiden sich Mädchen als Jungs und Betteln ums Überleben.

Obwohl die Grundschule in Tansania kostenlos ist, können 23 % der 5- bis 13-jährigen Kinder nicht lesen und schreiben. Bei 72 % aller 14- bis 17jährigen besteht eine Bildungsbenachteiligung, das heißt, sie besuchen mindestens 2 Klassenstufen weniger als altersentsprechend wäre oder haben die Schule vorzeitig abgebrochen.

Eigentlich ist der 7-jährige Besuch einer staatlichen Grundschule seit 2002 verpflichtend und kostenlos, allerdings müssen Schuluniform, -bücher und andere Materialien trotzdem von den Familien bezahlt werden, was einer der Gründe ist, warum immer noch nur knapp 75% der Kinder ihre Grundschulbildung abschließen. Dabei ist das Bestehen des Abschlusstests der 7. Klasse Voraussetzung für den Übergang in eine staatliche – und damit weiterhin kostenlose – weiterführende Schule. Dass lediglich 49,4% diesen Test 2009 bestanden haben, sagt alles über die Qualität dieser Schulen. Trotzdem kann von diesen 49% wiederum nur gut 90% aus Mangel an Plätzen wirklich eine solche weiterführende kostenlose Schulbildung ermöglicht werden. Auch andere Informationen über das Bildungssystem stimmen einen nicht zuversichtlicher: Es gibt im ganzen Land einen chronischen Mangel an gut ausgebildeten Lehrern und die wenigen, die es gibt, entschieden sich zumeist für die besser bezahlten Stellen an Privatschulen. Der Lehrer-Schüler-Schlüssel betrug 2010 in den öffentlichen Schulen 54:1, ein Wert, der noch über dem von der Regierung angestrebten von 1:40 liegt. Die sanitären Einrichtungen entsprechen genauso wenig den Regierungsstandards. so kommen auf eine Damentoilette in tansanischen Schulen durchschnittlich 82 Mädchen, 62 mehr als die Regierung als Norm festgelegt hat.

Alle diese aufgezählten Missstände in den staatlichen Grundschulen fördern den Aufbau von mehr und mehr Privatschulen verschiedenster Preis- und Qualitätsklassen. Auch Aristides Nshange kämpft aus diesen Gründen dafür, seinen Schützlingen eine private Schulbildung zu ermöglichen, die finanziell im Rahmen des Machbaren liegt. So gehen fast alle Pippi House-Mädchen auf die nahe gelegene private Meru Secondary School.